Was hab' ich falsch gemacht?

Session-Notizen

Das Barcamp Westküste ist aus der Motivation heraus entstanden, den Austausch von Erfahrungen und Wissen zwischen interessanten Menschen aus Nordfriesland und Dithmarschen zu fördern und die – leider immer noch – vorhandene Grenze in den Köpfen der Menschen zwischen den beiden Kreisen einzureißen.

Das 1. Barcamp in 2012 war ein voller Erfolg. Zwar waren von über 80 angemeldeten Teilnehmern nur etwa 35 erschienen (jeweils Freitag und Samstag), aber Teilnehmer wie Sponsoren waren sehr zufrieden. Wie sich herausgestellt hat, ist eine solche „No-Show“-Quote bei kostenfreien Veranstaltungen der Normalfall, also konnte das Orga-Team mit seiner Arbeit rundum zufrieden sein.

Ein Jahr später sollte das Barcamp dann in Heide stattfinden. Bei der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten sprang natürlich gleich die Fachhochschule Westküste prominent ins Auge. Die Verhandlungen mit der Fachhochschule zogen sich dann aber sehr in die Länge, weil die Verantwortlichen dort nur schwer davon zu überzeugen waren, dass ein Barcamp eine seriöse Veranstaltung ist, auch wenn die Themen nicht festgelegt sind. Die Angst vor einer „Übernahme“ der Veranstaltung durch Anonymous-Aktivisten war sehr groß.

Letztlich konnte die Fachhochschule doch noch für die Sache gewonnen werden. Die Zeit bis zum Veranstaltungstermin war jedoch auf knapp drei Wochen geschrumpft, sodass kaum Teilnehmer geworben werden konnten. Das führte dann dazu, dass das Barcamp abgesagt werden musste.

Der dritte Anlauf gab sich Erfolg versprechender. Alles war im Zeitrahmen, die Räumlichkeiten waren bereits vom ersten Barcamp bekannt, eine Liste mit potenziellen Sponsoren lag vor. Die Ankündigung wurde an knapp 200 Redaktionen verschickt. Das Barcamp wurde in verschiedenen Blogs und Barcamp-Übersichten genannt, erhielt einen großen Artikel in der Palette und einen etwas kleineren in den Husumer Nachrichten. Delta-Radio brachte sogar ein Interview mit dem Initiator des Barcamps.

Für das 3. Barcamp Westküste lagen trotzdem nur etwa 30 Anmeldungen vor. Sowohl Freitag als auch Samstag saßen die Teilnehmer zu acht(!) um einen Tisch. Obwohl es zwei sehr interessante Tage waren – darin sind sich die Teilnehmer einig – stellt sich doch die Frage, warum nicht mehr Teilnehmer da waren. Platz wäre für 120 gewesen.

Zeitpunkt

Innerhalb der Tourismus-Saison haben viele am Wochenende wegen des Bettenwechsels keine Zeit, ganztägige Veranstaltungen zu besuchen. Das Barcamp muss also außerhalb der Saison stattfinden, so in der Zeit zwischen November und Februar.

Netzwerk

Die Kommunikation über die Sozialen Netzwerke ist unzureichend. Es werden Multiplikatoren gebraucht, die regelmäßig die Mitteilungen zum Barcamp weiter verbreiten. Diese sollten sich zum einen aus den Wirtschaftsgrößen der Region rekrutieren und zum anderen aus Vertretern von Organisationen, die bereits selbst einen Bezug zu beiden Landkreisen haben.

Thematik

Viele können sich (noch) nichts unter einem „Barcamp“ vorstellen. Diesen Menschen würde geholfen, wenn das Barcamp Kernthemen kommunizieren würde. Ähnlich wie die Teilnehmer in der morgendlichen Vorstellungsrunde braucht das Barcamp Westküste seine drei Tags. Diese könnten #Tourismus, #Energie und #Netzwelt sein. Eine solche Fokussierung schafft einen Bezugspunkt.

Sponsoring

Die Suche nach Sponsoren hatte sich auch als schwierig erwiesen. Unternehmen, die noch vor ein, zwei Jahren gerne Barcamps unterstützt haben, haben ihr Budget für solche Veranstaltungen zurückgefahren. Ein früherer Termin sowie die Fokussierung auf bestimmte Themen(bereiche) können hier gegensteuern. Die Vorteile für Sponsoren, die Barcamps bisher noch nicht kennen, müssen auf jeden Fall stärker herausgearbeitet werden.